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Wegen einer internen Renovierung ist KAdE bis zum 23. August geschlossen. Sie können jedoch die neue Installation In De Elleboog von Hans Op de Beeck in der Langegracht 36 besuchen. Ab dem 24. August wird die Ausstellung Sleep! bei KAdE zu sehen sein.

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Vertikaler Text

Fenster. Zusammengestellt von Marc Mulders

03.05.2014 - 31.08.2014

Die Kunsthal KAdE hat den Künstler Marc Mulders (Tilburg, 1958) gebeten, die Eröffnungsausstellung im neuen Eemhuis in Amersfoort zu kuratieren. Der Maler wird aktuelle Arbeiten zeigen und sie in einen Dialog mit Werken anderer Künstler stellen.

Künstler(innen):
Erik Andriesse
Carla van de Puttelaar
Laura Samson Rous
Jan Schoonhoven
Maaike Schoorel
Alexander van Slobbe
Gestaltung des Soziallabels Piet Hein Eek
Josine Timmer
Bram van Velde
Geer van Velde
Evi Vingerling
Reinoud van Vught
Kenneth Noland
Marc Mulders
Fiona Mackay
Balthasar Burkhard
Tessa Chaplin
Toshio Enomoto
Roland Fischer
Anna Wald
Volker Hüller
Bram Hermens
Natacha Kensmil
Wolfgang Laib
Couzijn van Leeuwen
Jan Koen Lomans
Ronald Zuurmond

Das Werk von Marc Mulders befasst sich mit zwei Polen: Poesie, Licht und Ausblick sowie Abgrenzung und Dunkelheit. Beide Aspekte spiegeln sich in der Ausstellung wider. Sowohl in seinem eigenen Werk als auch in der Auswahl der Arbeiten der anderen Künstler. 

In der Kunsthal KAdE bringt Marc Mulders seine Arbeiten auf Glas, Leinwand und Papier zusammen. In der Haupthalle arrangiert Mulders seine kreisförmigen Glasarbeiten - einen "Sternenhimmel" aus Monden, Schnecken und Dornenkronen - in Kombination mit Zeichnungen an der Wand. In diesem Saal und den umliegenden Sälen und Kabinetten ist eine Auswahl an Werken von Künstlern aus Vergangenheit und Gegenwart zu sehen, die Mulders inspirieren oder die er bewundert. Darunter auch mehrere abstrakt arbeitende Künstler. Zum ersten Mal wird dieses Element in Mulders' Schaffen nachdrücklich hervorgehoben. 

Die von Marc Mulders ausgewählten Künstler sind:

Erik Andriesse (NL, 1957-1993) | Balthasar Burkhard (CH, 1944-2010) | Tessa Chaplin (NL, 1991) | Toshio Enomoto (JP, 1947) | Anne Forest (US/ NL 1983) | Bram Hermens (NL, 1979) | Volker Hüller (DE, 1976) | Natasja Kensmil (NL, 1973) | Wolfgang Laib (DE, 1950) | Couzijn van Leeuwen (NL, 1959) | Jan Koen Lomans (NL, 1978) | Fiona Mackay (UK, 1984) | Kenneth Noland (US, 1924-2010) | Jan Schoonhoven (NL, 1914-1994) | Maaike Schoorel (NL, 1973) | Alexander van Slobbe (NL, 1959) | Social label* (mit Design von Piet Hein Eek) | Josine Timmer (NL, 1982) | Bram van Velde (NL, 1895-1981) | Geer van Velde (NL, 1898-1977) | Evi Vingerling (NL, 1979) | Reinoud van Vught (NL, 1960) | Ronald Zuurmond (NL, 1964)

Die Zusammensetzung der Liste ist vielfältig: Zeitgenossen von Marc Mulders, Ikonen der Vergangenheit, aktuelle Künstler, junge, frisch diplomierte Künstler. Marc Mulders sieht diese Schichtung als wesentlich für den Kunstdiskurs an, der nicht in einem begrenzten Rahmen oder einer begrenzten Agenda stattfinden sollte, sondern eine großzügige und breite Bühne haben sollte.

In seinen jüngsten Werkserien wendet sich Marc Mulders zunehmend der "erleuchteten", zeitlosen Abstraktion zu. Nachdem er Elemente der Natur wie Blumen und Tiere herangezoomt hat, wendet er sich nun der allumfassenden Natur der Landschaft in ihrer ganzen ätherischen Flüchtigkeit zu. Mulders schaut über das Detail hinaus auf die Empfindung eines diffusen Gesamtbildes, das sich am Horizont einer Landschaft abzeichnet. Was bleibt, ist die suchende Malweise, aber die Palette tendiert immer mehr zu weißen und helleren Farben, und die Darstellungen sind weniger konkret erkennbar.

Der Titel der Ausstellung - "Fenster" - bezieht sich auf die Glasfenster, die Mulders seit 15 Jahren herstellt, auf die klassische Idee eines Gemäldes als Fenster zu einer neuen (ätherischen) Realität, auf Marc Mulders' Auseinandersetzung mit den Werken anderer, aber auch auf die Architektur der Haupthalle in der neuen Kunsthal KAdE, in der Fensterläden an allen Wänden Einblicke in Räume und Kabinette ermöglichen. 

Die neue Serie von Gemälden von Marc Mulders ist stark von der Arbeit an Glasfenstern beeinflusst. Diese Fenster waren in den 1990er Jahren eine logische Erweiterung der Gemälde, die Mulders seit den 1980er Jahren anfertigte. Mulders verwendet bei den Fenstern dieselben Themen, dieselbe Lyrik und dieselbe Liebe zum Detail wie in seinen Gemälden, aber mit dem zusätzlichen Vorteil, dass das Licht von hinten durch die Fenster scheint und die Darstellung zum Leben erweckt. Als Erweiterung der Glasfenster verwendet Mulders seit einiger Zeit auch Glas als eigenständigen Bildträger. Vor allem konvexe, runde Glasscheiben kommen in seinen jüngsten Arbeiten häufig vor. Sie werden auf einer flachen Wand durch das (Tages-)Licht, das von vorne auf sie fällt, zum Leben erweckt.  

Zwischen dem Werk auf Glas und dem Werk auf Leinwand hat Marc Mulders einen spannenden Dialog geschaffen. Bei den Fenstern ist die Glasfläche als Träger ein natürliches Mittel, um das Licht in die Darstellung einzubeziehen, sowohl durch die Transparenz als auch durch das Malen geschlossener Teile. Licht" ist seit Jahrhunderten ein Motiv für Maler. Zum einen, um es einzufangen, und zum anderen, um ihm auf einer eher metaphysischen Ebene eine Rolle in einer Darstellung zukommen zu lassen. In der Glasmalerei, die traditionell in Kirchen verwendet wird, hat das "Licht" starke religiöse Konnotationen, mit denen Mulders auch nachdrücklich spielt. Auf der Leinwand spielt Mulders mit der Idee des "Lichts", indem er Passagen unbemalt lässt und so "blinde Flecken" zwischen den ansonsten geschichteten Pinselstrichen schafft, die als "Gegenlicht" wirken.
Daneben gibt es Collagen, Masken, Zeichnungen und Fotomontagen, in denen Mulders Bilder aus der Realität mit Bildern voller symbolischer Bedeutungen mischt. Diese Kombination lädt den Künstler mit (moralischen) Überlegungen über "Gut und Böse" auf. Es handelt sich um abstrahierte Phänomene, die in allen Fragen des Lebens eine bewusste oder unbewusste Rolle spielen. 

Beide Elemente - Licht & Transparenz, Collage & Kompression - werden in der Ausstellung zum Tragen kommen. Auch im Dialog mit anderen Künstlern. Maler wie Kenneth Noland, Jan Schoonhoven und der Bildhauer Wolfgang Laib betonen die abstrakte Seite von Mulders jüngstem Schaffen. Zu sehen ist Laibs Pollenquadrant aus dem Museum De Pont in Tilburg, Kenneth Nolands fast vier Meter breites abstraktes Gemälde. Während das Lineare und Geordnete in ihren Werken bei Mulders eine intuitivere Übersetzung in scheinbar chaotische Pinselstriche erfährt, streben alle auf ihre Weise danach, die Realität zu sublimieren. Diese Elemente finden sich auch in den Werken zeitgenössischer Künstler wie Fiona Mackay, Evi Vingerling, Volker Hüller, Maaike Schoorel und Jan Koen Lomans wieder.  

Fotografen wie Balthasar Burkhard und Toshio Enomoto legen - wie Mulders - einen "Filter" über die Landschaft und verleihen ihr eine abstrakte Ebene. Wie Mulders erforschen auch Künstler wie Natasja Kensmil, Ronald Zuurmond, Reinoud van Vught, Anne Forest und Couzijn van Leeuwen die eher dunklen oder surrealen Seiten der (menschlichen) Natur.  

In "Windows" ist die Haupthalle von KAdE das Herzstück der Ausstellung. Er fungiert als "Dorfplatz" mit Tischen von Social Label-Piet Hein Eek, an denen Obst verzehrt werden kann. Windows" bringt Künstler aus verschiedenen Epochen zusammen. Es gibt die klassische Moderne, Künstler des aktuellen Diskurses, Künstler, mit denen Marc Mulders in den letzten Jahrzehnten zusammengearbeitet hat (z. B. der Modedesigner Alexander van Slobbe), Künstler aus einer geschützten Werkstatt und junge Künstler, die Marc Mulders im Rahmen eines 'Artist in Residence'-Projekts im Vincent van GoghHuis in Zundert betreut. Außerdem sind Vasenentwürfe aus dem Projekt 'Vasenbibliothek' von Frank van der Linden zu sehen. Eine reiche Mischung, die eine Ausstellung über die Malerei in einer breiten Perspektive ermöglicht.

"Ich habe ganz klar einen bestimmten Sound und eine bestimmte Atmosphäre für diese Ausstellung im Sinn. Bei all diesen Künstlern habe ich gezielt Werke ausgewählt, die meiner Meinung nach zum Ganzen passen. Zuerst wähle ich den Künstler aus, weil ich sein Werk liebe, und dann habe ich in seinem Vokabular, in seinem Oeuvre, genau die Werke ausgewählt, die sich in der von mir beabsichtigten Atmosphäre gut mit den Kollegen verbinden lassen.

Ich denke, es wird eine totale Erfahrung des Übergangs von Dunkelheit zu Licht sein. Es wird einen sehr dunklen Raum mit schweren, leicht gotischen Gemälden geben, und es wird Gemälde über Sonnenlicht geben.

Sie müssen nur Ihre Arbeit machen. Kommen Sie nicht auf die Idee, dass ein Künstler Ihnen etwas anderes in der Welt zeigen muss. Ich muss euch nichts anderes zeigen, ihr seht andere Dinge im Fernsehen oder lest über sie. Ich möchte Ihnen gefallen, ich möchte Ihnen Schönheit zeigen. Diese Schönheit kann störend sein, sie kann sogar eine morbide Seite haben, oder eine aufrüttelnde oder sabotierende Seite, aber sie muss immer im Dienst eines echten Strebens nach einer Art von Schönheit stehen. Einer Art von Ordnung. Ja, "Heilung". Dann ist es gut. Dann bringt man Magie zusammen, und das tut den Menschen gut.
 
Ich glaube, ein Künstler sollte dekorieren, ich arbeite gerne mit Textilien, Teppichen, Tischen, Leinen, Keramik, Glasmalerei. Ihre Bilder sollten auch einfach auf Gebrauchsgegenständen erscheinen.

Bei dieser Ausstellung geht es auch irgendwie um den Tagesrhythmus. Dann macht man einfach sein Ding, man dekoriert etwas."
 

Für Marc Mulders ist "VENSTERS" der letzte Teil eines Triptychons von Einzelausstellungen über drei Jahre zum Thema Spiritualität und Kunst. Die erste Ausstellung war "LOST FOR FAITH/RETURNED FOR BEAUTY" auf Einladung von Guus Beumer bei Marres Maastricht im Jahr 2012. Darauf folgte 2013 die Retrospektive "THE MOONLIGHT GARDEN" im Noordbrabants Museum, Den Bosch.

Die Ausstellung 'VENSTERS' ist die Eröffnungsausstellung der Kunsthal KAdE im neuen Eemhuis. Das Eemhuis ist ein kulturelles Gemeinschaftsgebäude, das die Kunsthal KAdE sowie die Eemland-Bibliothek, die Scholen in de Kunst und das Archief Eemland beherbergt. Das Eemhuis wurde von Neutelings Riedijk Architects in Rotterdam entworfen.

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