Maria Roosen (1957, Oisterwijk) stellt vom 1. Oktober 2017 bis 7. Januar 2018 in der Kunsthalle KAdE in Amersfoort aus. In der Einzelausstellung FEUER zeigt sie neue und alte Werke. Maria Roosen schafft Skulpturen, Zeichnungen, Aquarelle und Installationen aus verschiedenen Materialien, darunter Eier, Zitronen, Granatäpfeln, Seife, Glas, Wolle und Holz. Der Schaffensprozess, die Fachkunde und das Handwerkliche sind für sie ebenso wichtig wie das Endergebnis.


Im gesamten Werk von Maria Roosen nimmt Feuer eine wesentliche Bedeutung ein, sowohl im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Das erbarmungslose Feuer, das sowohl formend als auch verwüstend sein kann, für den Schaffenden wie für den Betrachter jedoch auch eine läuternde Kraft besitzt.

Maria Roosen bricht eine Lanze für die Fantasie. „Die Fantasie macht das Leben angenehmer, erfreulicher und erträglicher. Fantasie ist notwendig, um das Leben zu verstehen.“ Sie betrachtet ihre Statuen als ‘Tools for Feelings’. Es sind Gebrauchsgegenstände, die zur Darstellung von Gefühlen bestimmt sind, die bei Themen wie Wachstum, Blüte, Fruchtbarkeit, Liebe und Tod Gedanken hervorrufen.

Im vergangenen Jahr hat Maria Roosen an ‘Widow I’ und ‘Widow II’ gearbeitet: zwei lebensgroße Skulpturen aus schweren Baumstämmen. Die Jahresringe von ‘Widow I’ wurden in verschiedenen Farben gestaltet.
Die Haut von ‘Widow II’ ist schwarz gebrannt. Schwarz, wie die Farbe der tiefsten Traurigkeit, der Trauer und des Bösen. Schwarz ist das Fehlen allen Lichts. Schwarz als Resultat eines Feuers, wie die brennende Dornenkugel aus Brombeerzweigen in Roosens Film aus dem Jahr 2000. Der Film Titel? ist ebenfalls in der Ausstellung zu sehen.

Teil der Ausstellung bilden die ‘gläsernen Bausteine des Lebens’ - wie Roosen sie selbst nennt - die in allen Farben in der Glasblaserei ausgeführt werden: von Pflaumenblau bis Irisgold, von Opalflieder bis Dunkelheliotrop, von Granatrot bis Elfenbein. In der Ausstellung sind sämtliche dieser Bezeichnungen - wie ein Gedicht - auf dem Boden des großen Saals zu lesen.

Maria Roosen über den Schaffensprozess: „Ich lerne jedes Mal etwas und es inspiriert mich sehr. Ich sehe, wie Dinge entstehen, die man sich vorher nicht ausdenken konnte. Es sind besondere Begegnungen mit der Idee, mit dem Entwurf oder mit dem Glasbläser, der all seine Erfahrung und seine eigene Handschrift einbringt. Dabei wird das Ganze zu mehr als nur zur Summe der Einzelteile. Läuft es gut, fühlt sich der Prozess an wie ‘making love’. Manchmal läuft es auch schlecht, dann fehlt die Konzentration oder ich kann nicht gut erklären, was ich meine.“

Die Ausstellung FEUER von Maria Roosen fügt sich in die Reihe von Einzelausstellungen über Bildhauerei in der Kunsthalle KAdE, mit Überblicken von Tom Claassen im Jahr 2010 und Henk Visch in 2012, sowie Präsentationen von Francis Upritchard in 2011 und David Altmejd in 2016. Ende Juni 2013 setzte Maria Roosen Skulpturen auf verschiedene Laternenmasten in Amersfoort. Den Auftrag zur Markierung der Route zwischen den Museen erhielt Roosen von der Stiftung Amersfoort in C und der Gemeinde Amersfoort. Roosen entschied sich, dazu die Laternenmasten zu nutzen, die entlang der gesamten Route stehen. Sie entwarf bizarre, transparent blaue Formen, die wie Hüte auf den Laternenmasten liegen. Gemeinsam verleihen (verliehen) sie der Route zwischen den Museen einen subtilen Akzent.

„Ich liebe den Rock-'n-Roll der Welt des Glasblasens. Die Erotik des heißen, rollenden, flüssigen Glases, die heißen Öfen, die schwitzenden, coolen Glasbläser mit den Blasrohren mit den glühenden Glasenden, die sie schwingen und schwenken. Das „Kling-Klong“ der Metallwerkzeuge. Die Holzklötze, die in Metalleimern mit zischendem Wasser abgekühlt werden. Die Werkbank, die nach verbrannten, nassen Zeitungen riecht, mit denen das Glas geformt wird.“

Courtesy Galerie Fons Welters und Roberto Polo Gallery, Mondriaan Fonds und der Gemeinde Amersfoort.
www.mariaroosen.com