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Vertikaler Text

GEGERBOYO in der Ellbogenkirche

24.05.2025 - 31.08.2025

Entdecken Sie die neue Installation von GEGERBOYO in der Elbow Church

Künstler(innen):
GEGERBOYO

In der neuen Installation Erodierte Grenzen beschäftigt sich das javanische Kollektiv GEGERBOYO mit der sich ständig verändernden Bedeutung von Grenzen und Territorien. Die Arbeit zeigt, wie diese im Laufe der Geschichte des indonesischen Archipels entstanden sind und sich verschoben haben: von hinduistisch-buddhistischen Reichen wie Mataram und Majapahit und dem muslimischen Mataram über die Kolonialherrschaft Portugals, Großbritanniens und vor allem der Niederlande, die japanische Besatzung und schließlich den Unabhängigkeitskampf und die postkoloniale Zeit. Diese historischen Machtverschiebungen gingen häufig mit neuen Formen der Gebietsabgrenzung einher, wobei Grenzen ab dem 16. Jahrhundert von den Kolonialmächten zunehmend eingesetzt wurden, um die Kontrolle über den Handel mit wertvollen Gütern wie Gewürznelken, Tee, Kaffee, Zucker, Chinin und Muskatnuss zu behalten. Dabei nahmen sie greifbare Formen wie Festungen, Häfen und hohe Zäune an, die nicht nur Ausdruck territorialer Macht waren, sondern auch kulturelle Beziehungen und wirtschaftliche Strukturen definierten. Auch in der heutigen Welt wirkt diese Geschichte fort, und die Abgrenzung von Land ist nach wie vor eine Quelle von Konflikten, bei denen Machtverhältnisse, Religion, ethnische Zugehörigkeit und Ideologie eine entscheidende Rolle spielen - oft auf Kosten von Leben, Kultur und Existenzgrundlagen.

Erodierte Grenzen zeigt, dass Grenzen nicht statisch sind. Sie werden ständig neu definiert durch die Art und Weise, wie Gesellschaften sich selbst verstehen, Geschichte schreiben und Macht organisieren. GEGERBOYO bezieht ein breites Spektrum an Quellen in die Installation ein: von historischen Figuren, sowohl Helden als auch Tätern, und der offiziellen Geschichtsschreibung bis hin zu Propaganda, lokalen Erzählungen und alternativen Perspektiven. Indem sie all diese Schichten zusammenbringt, lädt die Arbeit zum Nachdenken ein: Was bedeuten Grenzen heute, und wie beeinflussen sie unsere Sicht auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft?

GEGERBOYO ist ein im Juni 2017 in Yogyakarta, Indonesien, gegründetes Kunstkollektiv, bestehend aus Enka Komariah, Prihatmoko Moki und Anjali Nayenggita. Zu den ehemaligen Mitgliedern gehören Vendy Methodos (2017-2023), Dian Suci (2017-2022) und Ipeh Nur (2019-2022). GEGERBOYO lässt sich von der indonesischen, insbesondere der javanischen Kultur und deren Wechselwirkung mit der urbanen Kultur und modernen soziopolitischen Themen inspirieren. Die Arbeitsweise des Kollektivs ähnelt dem traditionellen javanischen Ketoprak, bei dem die Mitglieder innerhalb eines gemeinsamen Themas interagieren. In den ersten Jahren lag der Schwerpunkt vor allem auf Wandmalerei, doch inzwischen widmen sie sich auch anderen Kunstformen wie Wajang (Schattenpuppen), Malerei, Batik und Installationen.

Der Name GEGERBOYO stammt von einem Hügel an den Flanken des Merapi-Vulkans in Yogyakarta. Dieser Hügel ist wie der Rücken eines Krokodils geformt. In der javanischen Sprache bedeutet Geger Boyo wörtlich "Krokodilrücken", wobei "Geger" für Rücken und "Boyo" für Krokodil steht. Der Hügel diente lange Zeit als natürlicher Puffer, der die umliegenden Gemeinden vor Eruptionen und heißen Aschewolken des Mount Merapi schützte, bis er 2010 durch einen massiven Lavastrom zerstört wurde, der nicht aufgehalten werden konnte.

 

GEGERBOYO, Erodierte Grenzen (Detail), 2025
GEGERBOYO, Erodierte Grenzen (Detail), 2025

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